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Zur Geschichte des Tauerngoldes

Gold findet sich in der Natur hauptsäch­lich in gediegenem Zustand. Sehr selten geht es Verbindungen mit anderen Ele­menten ein, so z. B. mit Schwefel, Tellur und Antimon. Das natürlich vorkommende, gediegene Gold ist allerdings fast nie che­misch rein, sondern meist mehr oder weni­ger stark mit Silber sowie mit kleinen Men­gen Kupfer, Platin und anderen Metallen legiert.

Freigold ist gediegenes Gold, das zumeist in Blechen oder Kristallen auftritt, Berggold ist das häufig für das menschliche Auge ohne komplizierte Apparatur unsichtbare, zumeist in sulfidischen Erzen enthaltene Gold. Abgesehen vom Vor­kommen im Erdkern und in Meteoriten, findet sich Gold im Bereich der oberen Silikat­hülle überwiegend in heiß bis mäßig temperierten hydrothermalen Vorkommen, besonders in Gängen, wie in den alten Tauerngoldquarzgängen.

Berggold und Waschgold

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primären und sekundären Goldlager­stätten. Als "Berggold" wird das Gold auf primärer Lagerstätte bezeichnet. Es ist die ursprüng­liche Form des Goldes. Gleichzeitig ist diese das Ausgangs­material für die zweite Gruppe der Goldvorkommen, die sekundären Gold­lagerstätten. Darunter fällt das "Seifengold" bzw. "Waschgold".

Die primären Goldvorkommen liefern das Material für die sekundären Goldlagerstät­ten, für das "Seifengold". Durch Verwitte­rung der Begleitmineralien wird das Gold, welches chemisch widerstandsfähiger ist, aus dem Gesteinsverband freigesetzt und in Bächen und Flüssen abtransportiert. Wegen ihres hohen spezifischen Gewichtes setzen sich die Goldflitter und ‑körnchen rascher ab als die meist wesentlich leichteren Be­gleitmineralien. Durch diesen natürlichen physikalischen Vorgang rei­chert sich das Gold an Stellen mit günstigen Strömungs­verhältnissen in den Sanden und Schottern der Gewässer an - es kommt zur Bildung einer "Seifenlagerstätte". Goldseifen enthal­ten das Gold somit als feinen Staub oder in Form von Blättchen und Körnern, verein­zelt auch in größeren Klumpen, den soge­nannten "Nuggets". Aus den Hohen Tauern sind Goldkörner bis etwa Haselnussgröße bekannt. Zusammen mit dem Gold werden auch andere - spezifisch schwere - Mineralien wie verschiedene Erze, Granat, Zirkon u.a.m. in den Seifen angereichert. Das Seifengold muss daraus durch spezielle Waschvorgänge gewonnen werden.

Alpines Berggold

Die Goldvorkommen von Heiligenblut, Döllach, Fusch, Rauris und Gastein liegen im Bereich des sogenannten Zentralgneises. Früher nahm man an, dass dieser Gneis die gebirgsbildende Kraft gewesen ist. Heute wissen wir jedoch, dass sich dieser als Zentralgneis bezeichnete Gesteinskern der gebirgsbildenden Kraft gegenüber ebenso passiv verhalten hat, wie die denselben bedeckenden Schieferschichten. Im Tertiär wurde durch verschiedene tektonische Störungen die Schieferhülle noch stärker zerbrochen und verschiefert. Die "Zentralgneiszone" setzt sich vorwiegend aus einem in seiner Struktur sehr unterschiedlichen dioritähnlichen Granitgestein, dem grobporphyrischen "Zentralgneis" und einem Syenitgneis zusammen. 

Für  Goldsucher war diese Zone stets nur deswegen von Interesse, weil häufig an die Grenzbereiche mit der Schieferhülle die Vorkommen des gelben Metalls gebunden sind. Das bedeutet, dass es dort, wo granitartiges Gestein aus tieferen Teilen in die Schieferdecke eindrang bzw. bis zu ihr kam und sich staute, zur Bildung von reicheren Golderzlagern führte.

Als Tauerngoldquarzgänge, die als echte Quarzklüfte meist senkrecht zur Aufwölbung der Tauernachse stehen, bezeichnet man jene mit einem "Gesteins­zerreibsel" gefüllten Spalten in den Gneiskuppen des Sonnblick- und Goldberg­kernes. In diesen Gängen sind durch Lösungen von unten her eine Reihe von Mine­ralien wie Quarz, Pyrit, Arsenkies, Kupferkies, Zinkblende, Antimonglanz, Spateisen, Silber und Gold abgeschieden worden. Dieser hier sehr vereinfacht beschriebene Prozess war in Wirklichkeit eine komplizierte Folge von Mineralwanderungen, Ver­drän­­gungen und Pseudomorphosen, die letztlich zur Bildung des massiven Derb­erzes führen.

Die Tauerngoldquarzgänge

Die Tauerngoldquarzgänge sind ebenso wie fast alle übrigen Erzgänge im Bereich des Sonnblickmassivs aus hochtemperierten Erzlösungen während der Abküh­lungsphase der alpinen Regionalmetamorphose vor etwa 35 bis 28 Millionen Jahren entstanden. Die Gangfüllungen bestehen fast ausschließlich aus einem Quarz-Karbonat-Chlorit-Fels mit Sulfiden, der jedoch in seltenen Fällen von den Sulfiden (Arsenkies, Kupferkies, Pyrit etc.) speziell in den oberflächennahen Anreicherungs­zonen und im Kontaktbereich zur Schieferdecke nahezu zur Gänze verdrängt wird.

In der hydrothermalen Phase der alpidischen Gebirgsbildung kam es durch Auslaugung metallführender Gesteine zur Bildung von metallhaltigen Fluiden, die ihrerseits hochstiegen und in höhergelegenen, kühleren Gesteinsspalten ausgefällt wurden. Oxidationsprozesse führten zur Konzentration in Anreicherungszonen. Das Fehlen derartiger Anreicherungszonen, die oft auch als Zementationszonen bezeich­net werden, in manchen Teilen des Hohen Goldberges wird auf eine starke mecha­nische Gebirgsabtragung zurückgeführt.

Die Entdeckung des norischen Goldes

Im Herzen der Hohen Tauern liegt das Bergmassiv der Goldberg‑Gruppe. In den von Gletschern geformten Tälern rund um das gewaltige Massiv liegen Dutzende historische Siedlungen - unter anderem der Wallfahrtsort Heiligenblut, die alten Goldgräber‑Städtchen Rauris und Döllach sowie die Kurorte Bad Gastein und Bad Hofgastein.

Möglicherweise bereits vor 4.000 Jahren wurde das Tauerngold entdeckt, das wie ein Magnet Menschen aus halb Europa in seinen Bann zog und die Erschließung des eisstarrenden Alpenkörpers forderte. Heute sind die lauten Hämmer von einst verstummt, die Gold­sucher gehören der Vergangenheit an. Was geblieben ist, sind einige wenige Hobby-Goldwäscher, die im Rahmen von Touristenattraktionen in Heiligenblut und Umgebung noch heute in den Tauernbächen nach dem be­gehrten gelben Metall suchen.

Die Anfänge des norischen Goldbergbaues liegen völlig im Dunkeln. Der Fund jener Serpentin‑Lochaxt, die ein Lawinenwärter der Gewerkschaft Radhausberg im Jahre 1910 am Nordhang des  Kreuzkogels im Gasteiner Tal in 2400 Meter Höhe ausgrub, und die beiden Lochäxte von der Tauernhöhe sowie das von dem Pfleger Seethaler, dem Vater der salzburgischen Geschichte, verbürgte vierte Steinbeil aus Gastein reichen jedoch keineswegs für den Beweis einer bergmännischen Tätigkeit aus. Die Fundstücke sind lediglich Hinweise auf Begehungen, im weitesten Sinn auf eine Besiedlung dieses Landstriches vor 4.000 Jahren. Dennoch ist Quirings Vermutung, das Serpentin-Steinbeil vom Kreuzkogel stamme von Goldsuchern, die aus unseren östlichen Nachbarstaaten zuwanderten, nicht aus der Luft gegriffen. Die Machart des Beiles weist auf den osteuropäischen Kulturkreis hin, in das Gebiet der Siebenbürgener Goldlagerstätten, die schon sehr früh überschürft wurden.

Polybius und Strabo berichten...

Wenn wir auch keine sichere Kunde von einem vorgeschichtlichen Bergbau in den Ostalpen haben, so erhalten wir von Polybius, aus dessen verlorengegangenen Schrif­ten uns Strabo eine hierauf bezüg­liche Stelle erhalten hat, einen Bericht über die Kelten, die die möglicherweise bereits überschürften Goldvorkommen in den Ho­hen Tauern wiederentdeckten. Strabon von Amaseia, in den meisten Publikationen kurz Strabo genannt,  bedeutet zu deutsch "Schieler". Er war ein stoischer Philosoph, Historiker und Geograph, wurde um das Jahr 64 v. Chr. geboren und starb um das Jahr 24 n. Chr.

Die Gold­gewinnung war damals der Zeit entspre­chend primitiv und mit mühevollster Arbeit verbunden. Die Kelten verstanden es, durch Feuersetzen in Felsspalten gute Erfolge zu erzielen. Als man in Rom vernahm, dass sich in den Ostalpen breite Goldadern und Nug­gets fänden, entstand um 130 v. Chr. in Italien ein wahrer Gold­rausch.

Strabo schreibt in Beziehung auf den römischen Chronisten und Schriftsteller: "Polybius be­richtet, dass zu seiner Zeit nördlich von Aqui­leia in den norischen Alpen der Boden so ergiebig an Gold war, dass man kaum zwei Fuß tief graben musste, um auf gediegenes Gold zu stoßen, dass aber eine Grube nicht mehr als 15 Fuß betrug. Das Gold fand sich teils gediegen in Wolfsbohnengröße vor und nur etwa der achte Teil ging durch die Schmelzung verloren; ein anderer Teil be­durfte zwar einer stärkeren Schmelzung, diese lohnte sich aber reichlich." Scharen von Goldsuchern wanderten nordwärts in den Ostalpenraum, Glücksjäger des Alter­tums. Dadurch entstand eine Überproduk­tion, die ein gewaltiges Sinken des Gold­preises zur Folge hatte.

Lanzenspitzen

Authentizität antiker Berichte kaum überprüfbar

Strabo war nie nördlich von Aquileia gewesen und kannte daher die Goldlagerstätten nur aus den Büchern anderer. Leider ist das Werk des Polybius verlorengegangen und wir können die Richtigkeit der Angaben des griechischen Geographen nicht überprüfen. Wir wissen, dass Polybius Zweck und Ziel seiner Darstellung nie aus den Augen verlor, Strabo dagegen schielte stets nach den geheimen Wünschen seiner Leser. Wie weit also die Authentizität gewahrt ist, wissen wir nicht. Wo nun die von Strabo beschriebenen Goldvorkommen "nördlich von Aquileia" tatsächlich lagen, wissen wir ebenfalls nicht. Allerdings kommen - wenn überhaupt - nur zwei Gebiete auf dem Boden Noricums in Frage: die Kliening bei Wiesenau und das Berg­bauterrain im Bereich der Goldberggruppe  im obersten Mölltal. Für die Annahme, die Kliening sei das Zentrum des römerzeitlichen Goldabbaues in Noricum gewesen, spricht ein außergewöhnlicher Fund von keltorömischen Architektur­stücken, In­schriften und Skulpturen. Auf Grund der zahlreichen Funde im obersten Mölltal könn­ten wir auch annehmen, dass das Zentrum der römerzeitlichen Goldabbau­tätigkeit im Bereich der Goldberggruppe zu suchen ist.

Einen wertvollen Hinweis in diesem Zusammenhang verdankt der Verfasser Piccotini, der Direktor des Landesmuseums für Kärnten in Klagenfurt ist: Auf Grund moderner besiedelungshistorischer Erkenntnisse darf es als erwiesen gelten, dass die Taurisker weder im Lavant- noch im Mölltal siedelten, sondern vielmehr den Raum um Cilli (Celje) im heutigen Slowenien bewohnten. Im Jahre 15 v.  Chr. wurde Noricum dem Imperium Romanum einverleibt. Konn­ten die Kelten noch wenige Jahrzehnte zu­vor die Italiker wegen der entstandenen Überproduktion aus dem Lande jagen, so kam jetzt der Goldabbau unter römische Verwaltung. Die Eroberer brachten Kennt­nisse und Geräte mit und stellten die Kelten als Arbeiter ein. Obwohl wir Hinweise auf eine gezielte bergmännische Tätigkeit haben, müssen wir annehmen, dass in der Antike das meiste Gold aus den Flüssen gewaschen wurde.

Gussform

Römische Gussformen für Goldbarren vom Magdalensberg

Einen wichtigen Beweis für den Goldabbau und die Verhüttung des gelben Metalls in Noricum stellen zwei bei den Ausgrabungen auf dem Magdalensberg 1993 entdeckte, in Marmorplatten eingearbeitete Gussformen für Goldbarren dar. Dass es sich bei diesen Stücken tatsächlich um Gussformen für Goldbarren und kein anderes Material handelte, ergab die mikroskopische Untersuchung der Fundstücke. Besonders bemerkenswert ist der Umstand, dass in die Basisfläche jeder Gussform in Spiegelschrift der Name des Kaisers Caligula und ein Herkunftsvermerk eingearbeitet sind: "C(AII) CAESARIS AVG(VSTI) GERMANICI IMP(ERATORIS) EX NORIC(IS AVRARIIS)".

Piccotini folgert aus dem Stempeltext den deutlichen "Hinweis, daß während der römischen Okkupationszeit, und zumindest unter Kaiser Caligula, in Noricum Gold gewonnen wurde und daß diese, wie auch wohl die Lagerstätten bzw. Goldwäschereien, kaiserliches Privateigentum im Sinne des patrimonium imperatoris gewesen sind".

Von Numismatikern und Historikern entschieden bestritten wird die Aussage von Bergrat Professor Dr. phil. Dr.-Ing. Quiring, seines Zeichens Direktor des Instituts für Geologie und Mineralogie der Technischen Universität Berlin, der in seiner „Geschichte des Goldes“ wörtlich schreibt: „15. v. Chr. eroberten die Römer Noricum. Sie schlugen aus dem Tauerngold Münzen, denen Metall. Nor. als Herkunftsangabe aufgeprägt war.“ Zu den frühesten Bergbaumünzen ist zu bemerken, dass tatsächlich nur einige wenige Kleinmünzen des 2. nachchr.  Jhdts. auf dem Revers über Hinweise auf die Herkunft der Metalle verfügen. Bislang sind zwei Exemplare von Hadrian-Münzen bekannt,  die die Herkunftsangabe MET(ALLI) NOR(ICI) oder MET(ALLA) NOR(ICA) auf dem Revers aufweisen. Beide Stücke wurden im Raum Lauriacum ergraben. Glaser stellt fest, "die Legende Metalla Norica darf nicht einseitig auf den Eisenbergbau bezogen werden, wie dies nun der Fund einer Gußform für Goldbarren mit der Titulatur des Kaisers Gaius (Caligula 37 bis 41) auf dem Magdalensberg zeigt". Andere römische Kleinmünzen tragen beispielsweise Aufschriften, die sich auf Metalle aus Pannonien beziehen: "METALL VLPIANI PAN", "METAL PANNONICIS" oder "METALLI PANNONICI".

Zwischen Völkerwanderungszeit und Mittelalter

Mit dem Abzug der Römer in der Völker­wanderungszeit kam die Arbeit in den Goldgruben gänzlich zum Erliegen. Im Jahre 719 sollen alle Bergbaue im Sonn­blick­gebiet wieder geöffnet worden sein. Im 12. Jahrhundert wurde das Tauerngold als Münz­metall nachweislich verwendet. Ob Kelten und Römer ihre Münzen aus "Tauern­gold" fertigten, lässt sich nicht beweisen. In der Folgezeit wurde das Tauerngold zu einem der wichtigsten Münz­metalle im alpenländischen Zahlungsver­kehr. Die Herzöge Albrecht II., Rudolf IV., Albrecht III., die Grafen von Görz und der Salzburger Erzbischof Pilgrim II. prägten Goldmünzen aus dem in den Tauernbergen geförderten Metall, vor­nehmlich den Florentiner Prägungen ähn­liche Goldgulden. Münzstätten waren Salz­burg, Lienz und vor allem Judenburg, wo die Babenberger das Tauerngold vermünz­ten.

Die erste Blütezeit des Tauerngoldbergbaues

Zur ersten mittelalterlichen Hochblüte des Tauerngoldbergbaues kam es in der zweiten Hälfte des 14. Jhdts. Für diese Zeit kann – so vermuten Experten - eine durchschnitt­liche Jahresgewinnung von 50 Kilogramm Gold angenommen werden. In Kärnten, seit 976 selbständiges Herzogtum und seit 1335 mit Österreich verbunden, lag zu dieser Zeit bereits ein bedeutendes Abbaugebiet: die Goldzeche bei Heiligenblut.

Die Bergregalität, die Einschränkung der Bergbaufreiheit zugunsten eines Königs, des Staates oder bestimmter Institutionen entwickelte sich bereits in der fränkisch-bajuvarischen Zeit aus dem angestammten Recht des Königs, den Bergbau zu gebieten oder zu verbieten. Die österreichischen Herzöge besaßen im Gegensatz zu vielen deutschen Reichsfürsten das Bergregal schon vor der Goldenen Bulle des Jahres 1356. Schon sehr früh, zumindest ab 1338 verpachteten auch die Grafen von Görz ihre Goldbergbaurechte an Gewerken.

Von Bergherren, Wechslern und Gewerken

Zwischen dem Bergherrn und den Gewerken stand der Wechsler, der die als „Wechsel“ bezeichnete Goldabgabe an den Bergherrn kassierte, eine Summe, die sich aus der Differenz zwischen Einlösungspreis und Marktpreis des Schliches oder Goldes ergab. Außerdem, hatten die Gewerken den „Zehent“, also die Reichung des zehnten Kübels Schlich an den Bergherrn zu leisten. Ebenso wie in Salzburg kam es auch in Kärnten zur Verpachtung der Bergwerksgefälle. Das älteste, erhaltene Bergraitbuch des Großkirchheimer Bergbezirkes stammt aus dem ausgehenden 15. Jhdt. In diesem Buch stoßen wir auf größere Abbaugebiete goldhaltigen Silbers im Raum der „großen Zirknitz“, wobei die Baue auf dem „Moderegg am Hang des Elkkopfes“ die bedeutenderen waren.

Im Spätmittelalter – das ist zumindest dem von Lukas Strasser begonnenen Berglehensbuch zu entnehmen – stand der Edelmetallbergbau „höher in Würden“. Riedl erwähnt, dass an der Pasterze schon 1446 Gold- und Silberbaue in voller Tätigkeit waren. Wöllner meint jedoch, dass die Gletscher dem Bergbau an der Pasterze keine lange Dauer gegönnt zu haben scheinen, „denn laut eines vorliegenden Berichtes von den Gewerken Emanuel Steinberger vom Jahre 1661 (tatsächlich 1651) waren zwar die dort einbrechenden Erze zweilöthig, die Schliche sechslöthig an güldischen Silber und die Pocherze gaben sichtliches Gold, welches durch die Gewerken Putz und Kirchberger gewonnen wurde; der Bau aber wurde wahrscheinlich wegen des dort weitverbreiteten Kees aufgelassen.

Sitz des Oberstbergmeisteramtes war zunächst Innsbruck, bald aber schon Vellach. Der erste Oberstbergmeister der neuen Verwaltung war ab 1491 der ehemalige Pfleger von Freudenberg in Tirol, Hans Maltitz, ihm folgten 1502 Lambrecht Zäch, 1521 Hieronymus Zott,  1527 Christian Puechpichler, 1530 Wilhelm von Mosheim, 1533 Martin Feldkircher, 1536 Martin Zott und 1552 Georg Singer.

Regalherr und Gewerke:  Kaiser Maximilian

Kaiser Maximilian, der letzte Ritter (gestorben 1519), war nicht nur Regalherr, sondern auch Gewerke. Besonders bemerkenswert ist, dass ab 1496 nur das Silber dem Wechsel unterlag, das Gold jedoch wechselfrei war. Weiters heißt es in der von Kaiser Maximilian gegebenen Verordnung, dass die Gewerken das gewonnene Silber an den Münzmeister zu Lienz bzw. dessen Nachfolger (die Vertreter der landesherrlichen Münze) zu verkaufen hätten und keineswegs Edelmetalle außer Landes bringen dürfen.

Großkirchheim bildete bereits zur Zeit Kaiser Maximilians nicht nur einen Land-, sondern auch einen Berggerichtsbezirk. Bergrichter waren zu Beginn des 16. Jhdts. Lukas Strasser und Melchior Ochsenfurter, ab 1523 Georg Dueler, ab 1533 Martin Feldkircher und ab 1536 Bernhard Pabinger.

Goldabbau an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit

Die Große und die Kleine Fleiß wurden an der Wende vom 15. zum 16. Jhdt. immer bedeutender als Abbaugebiet für Gold und „göldisches Silber“. Das Berglehenbuch nennt uns für die kleine „Vleiss“ an Gewerken und Gruben: Clement Steinberger mit der Grube „St. Andrä“, vordem „St. Eustachy“ geheißen, Paul Swingenberger, Andrä Jesold, Wölfl Mesner, Peter Schmied, Liendl Pruescher, Jörg Jaritz, den Lienzer Bergrichter und zugleich als Gewerken auftretenden Niklas Helmstreit, Jörg Siebstatt, Heinrich Steuber und Lamprecht Juch.

Wenn man in Heiligenblut vom Goldberg sprach, so dachte niemand an den Hohen Goldberg in Rauris, sondern man verstand darunter den Goldbergspitz im obersten Kleinen Fleißtal. Am Hang des Goldbergspitzes nahmen an der Wende vom 15. zum 16. Jhdt. die Gewerken Niklas am „Zirk“ und Peter Zehner am „Hörndlin beim See“ (Hörndl beim Zirmsee) die Arbeit in den, vermutlich nur einige Jahre oder ein paar Jahrzehnte zuvor verlassenen Zechen wieder auf.  Lipp Peydl war Inhaber der Grube beim Kögerlzink und in der „Vleis am See“. An weiteren Gewerken nennt uns das Berglehenbuch Jörg Gunold, Jost Guchel, Balthasar Paudorfer, Lienhard Kuchel, Christl Bergrieder, Clement Stieber, Stoffl Gaisrucker, Ruepl Schernstein, Christian Prettner, Jörg Schuester und Sixtus Schneider.

Talfremde und Einheimische als Gewerken

In der Großen „Vleiß“ bauten 1496 neben vielen anderen Mathäus und Lienhart an dem Deber. Für die „Fundgrueben“ werden unter anderen ein Thomas von Apriach, ein Nikl von der Zirknitz und ein Lienhart Putz genannt. Woher allerdings der oben zitierte Mathäus am Deber und sein Sohn Lienhart, die ersten urkundlich genannten einheimischen Besitzer, das Anfangskapital nahmen, wissen wir nicht. Rein spekulativ wäre es jedoch durchaus denkbar, dass „die am Debar“ sich zuvor als Säumer betätigt hatten und dadurch ihr spärliches Einkommen aus der Landwirtschaft aufbesserten. Der genannte Lienhart Putz war das urkundlich erstgenannte Familienmitglied des nachmalig berühmten Gewerkengeschlechtes der „Putzen von Kirchambegkh“. Im Berglehenbuch von 1496 taucht auch immer wieder die Bezeichnung „Goldberg“ auf. Mit solchen Ortsangaben muss man vorsichtig sein, denn es gab einen „Goldberg“  in der Rauris, einen in der Fragant und einen in der Fleiß.

1499 waren die Baue auf der Goldzeche in Betrieb, die Chronik nennt eine heute nicht mehr lokalisierbare „Kronenzeche“, daneben herrschte nach Wießner „im ganzen östlichen Rund um Heiligenblut reges Leben in den Bergen, dagegen ist es von Bergbauen auf dem Gosserad (Wasserradkopf), an der Pasterzen und im Gößnitztal ganz ruhig. Dafür aber traten der Mohar, der Waschgang und die Wangenitzen immer mehr in Erscheinung.“

Abbau- und Fördertechnik

Im Hinblick auf die Abbautechnik und Förderung der Erze änderte sich seit der Zeit der Kelten und Römer bis zur Erfindung des Schießpulvers nahezu nichts. Auch die Knappen des 15. Jhdts. arbeiteten  mit Schlegel und Eisen. Das Zermürben des Gesteins durch Feuersetzen und das Spren­gen der Felsen mit hölzernen Keilen, die man mit Wasser übergoss, waren so brauch­bare Methoden, dass sie sich eineinhalb Jahrtausende hielten. Viele Kilometer lange Gänge wurden allein in den Rauriser, Gasteiner und Heiligenbluter Revieren in die harten Gneismassen getrieben und mehr als eine Million Tonnen taubes Gestein auf die Schutthalden geworfen.

Eine markscheiderische Vermessung des Jahres 1570 er­fasste allein im Hohen Goldberg 5.650 Meter Stollen‑ und Streckenlängen. Zwischen den Jahren 1562 und 1579 wurden jährlich über 3.000 Tonnen Erz mit Schlegel und Eisen gewonnen und zu Tal geschafft.

Wie wir aus einer Bergordnung erfahren, arbeiteten die Bergleute im Jahre 1532 wöchentlich 44 Stunden. In besonders hoch­gelegenen Gruben wurde nur von Dienstag bis Freitag neun bis zehn Stunden gearbei­tet, um den Knappen Gelegenheit zu geben, am Samstag abzusteigen, den Sonntag im Tal zu verbringen und am Montag zu den oft 3.000 Meter hoch gelegenen Gruben wieder aufzusteigen. Bei hoher Schneelage war es den Knappen nicht immer möglich, ins Tal abzufahren.

Sackzug und Pochwerk

Ursprünglich fand die Verhüttung der Golderze und Schliche in unmittelbarer Nähe der Gruben statt. Als das Holz immer knap­per wurde, entschloss man sich, in den Tä­lern neue Hüttenwerke anzulegen. Auf den sogenannten Samsteigen wurde das goldhaltige Erz mit Samzügen zu Tal gebracht. Neben Pferden wurden auch Zie­genböcke zum Tragen der Lasten auf be­sonders steilen und gefährlichen Steigen herangezogen. Der Name "Bocksamsteig" ist unter anderem dafür Zeugnis. Neben den Samsteigen gab es auch Sack­zugriesen. Das waren steile, schmale Rinnen, in denen im Winter zwei Mann die aus 20 bis 25 mit Golderz prall gefüllten Säcken zusammengestellten Sackzüge talwärts lenkten. Es gab Säcke aus Hundshäuten und solche aus Schweinshäuten, die man abwechselnd hintereinander auffädelte, da die Hundehaare das Gleitvermögen erhöhten, die Schweinshäute hingegen bremsend wirkten.

In den Pochwerken wurden die Gesteins­brocken gestampft. Bei den stationären, ausschließlich durch Wasserkraft betriebe­nen Anlagen waren meist fünf Stempel ver­einigt, die in einem Pochtrog arbeiteten. Die zerkleinerten Erzstücke wurden gewaschen und geschwemmt - es wurde aus dem "Pochgang" das "Mühlgold" im nassen auf dem Waschbrett und später in liegenden Herden und Schlammgruben gewonnen.

Abfluss

Schmelzen und Amalgamieren

Dieser Schlich kam nun in die Schmelzhüt­ten. Um das Gold aus dem Schlich zu ge­winnen, bediente man sich auch des Amal­gamationsprozesses. Anfänglich vermischte man den Schlich in Reibschüsseln mittels der Reibkeile mit Quecksilber. In den wesentlich wirtschaftlicheren Salzburger­- oder Quickmühlen erfolgte das Amalgamie­ren in einem dreiwöchigen Prozess. Ein Rotor vermengte im gusseisernen Kessel der Mühle Schlich und Quecksilber, wodurch sich der größte Teil des Goldes und des Silbers mit dem Quecksilber amalgamierte. Das so er­haltene Gold‑Silber‑Amalgam wurde erhitzt, das Quecksilber abdestilliert und durch Kon­densation in einem Kühlersystem wieder zurückgewonnen. Die weitere Behandlung der so angereicherten Gold‑Silber‑Legierung erfolgte mit Schwefelsäure in kleinen Tie­geln aus Knochenasche (Capellen). Das auf diese Art und Weise von allen Verunreini­gungen befreite Gold blieb im Tiegel als Rückstand zurück. Aus den Tiegelscherben wurde letztlich das Silber herausgeschmol­zen.

Über die Hüttentechnik gibt es derart viele Unterlagen, dass man damit ein mehrbändiges Werk füllen könnte. Von besonderer Bedeutung sind die Schmelz- und Probierbüchlein des 15. und 16. Jhdts., allen voran die Bilderhandschrift des Hausbuchmeisters aus dem Jahr 1482, das Bergbüchlein von Ulrich Kalbe, erschienen 1505 in Freiberg, das Probierbüchlein, das 1533 bei Christian Egenolf in Frankfurt am Main gedruckt wurde, das Schwazer Bergbuch aus dem Jahr 1556, das im gleichen Jahr publizierte Werk Agricolas „De re metallica libri XII“ und letztlich das Probierbuch des Lazarus Ercker.

Wie Wiessner eruieren konnte, wurden die Fronerze des Großkirchheimer Reviers, die in Döllach „in einem Erzkasten“ zwischengelagert wurden, in der 1497 errichteten Fronschmelzhütte zu Obervellach aufgeschmolzen: „Dan was in groskirchaim Fron gefelt, die wirt gen Vellach in der Fronhüten gefürt und verschmelzt.“

Schlacke - ein wichtiges Datierungsmittel

Bis ins 16. Jhdt. hatte fast jeder Gewerke seine eigenen Aufbereitungsstät­ten und Schmelzwerke. Die “Alte Schmelz” in Döllach war seit den Putzen von Kirchambegkh in Betrieb. Auch die dort angefallene Plattenschlacke ist noch heute an vielen Stellen in Döllach zu finden, wurde sie doch ebenfalls zeitweise zum Beschottern der Wege verwendet.Zschocke, der seit 1932 Nachweise von Verhüttungsplätzen sammelte, hat das Schlackenmaterial auf Grund der äußeren Gestalt, die sich aus der Schmelz­methode ergibt, unterschieden und dadurch dem Hi­storiker ein Datie­rungs­mittel in die Hand gegeben. Seinen Untersuchungen zufolge ist die flach halbkugelförmige, grobblasige Schlacke, die sich in mehr oder weniger gewölbten Stücken findet, ein Produkt von Schmelzprozes­sen eines zuvor nicht gerösteten Hütten­erzes und findet sich zumeist in Grubennähe.

Zschocke be­zeichnete die halbkugelförmige Schlacke, die oft reichlich unaufge­schmolzenen Möl­ler, wie Bleiglanz oder Quarz beinhaltet, als vormittelalterlich, die homogene, dichte, an­nähernd planparallele, spröde, viel leichter zerschlagbare Schlacke, wie wir sie aus der Asten im Rauristal und aus Döllach kennen, als mittel­alter­lich. Tatsächlich stammt die halbkugelförmige Schlacke aus dem Spätmittelalter, die Plattenschlacke jedoch aus der frühen Neuzeit.

Das „Trucksystem“ der Unternehmer

Das 16. Jahrhundert war die große Zeit des Tauerngoldbergbaues. Aus Kaufleuten wurden Bergherren und umgekehrt. Während die Großgewerken immer reicher wurden, verarmte die Knappschaft. Das Kapital war in den Händen einiger weniger und diese nützten ihre Vormachtstellung gründlich aus. Nicht nur mehr die Berg­werks- und Hüttenbetriebe, auch die Geschäfte und Spelunken waren in ihren Hän­den. Die Knappen waren durch dieses „Trucksystem“ gezwungen, ihr sauer verdien­tes Geld wieder den Gewerken, die zum Teil eine willkürliche Preisgestaltung be­trieben, in den Rachen zu werfen.

Schon 1449 war es in Schwaz zu Problemen gekommen, worauf das „Trucksystem“ verboten wurde, was allerdings kein absolutes Verbot für die „Pfennwerte“, das ist die Entlohnung der Knappen in Form von Naturalien (Bekleidung, Werkzeug und Nahrungsmittel), inkludierte. Den Hauptgewinn am Bergbau schöpften allerdings die Wucherer ab. Erzbischof Leonhard von Keutschach erließ daraufhin 1501 eine neue Bergordnung, gab den Gewerken günstige Kredite und verwies die Wucherer aus dem Land.

Die Zeit der Bauernkriege

Auch am großen Bauernkrieg der Jahre 1525/26 beteiligten sich die Salzburger und Kärntner Knappen. Bekannte, angesehene Gewerken führten als Feldhauptleute die Knappen und Bauern an. Von Bränden durchlodert und von Heeren zertrampelt verwandelten sich nicht nur die deutschen, sondern auch die habsburgischen Lande in ein riesiges Schlachtfeld. Ende August 1525 kam es durch die Vermittlung des Herzog Ludwig in Bayern und nach Einschreiten des Schwäbischen Bundes zum Frieden. Doch die Aufständischen mussten Kriegsentschädigung leisten.

Die aufständischen Großkirchheimer Knappen schlossen sich den Gasteinern an. Der Markt Obervellach wurde besetzt, die Burg Falkenstein überfallen und der Pfleger gefangen genommen. Die Ortenburg zu stürmen und den Grafen Salamanca zu fangen, blieb jedoch Wunschtraum. Die Aufständischen mussten unverrichteter Dinge abziehen. Mittlerweile war Obervellach wieder in der Hand der Landstände und ein Dutzend Knappen saßen im Gefängnis. Sechs ihrer Freunde konnten die Pinzgauer befreien.

Im Februar 1526 gab der Kärntner Landeshauptmann den Befehl, jeden auf­ständischen Ort in Kärnten mit Brandschatzung zu belegen. Die Rebellion war in Kärnten niedergeschlagen.

Wasserfall

Die Weitmoser

Die Gasteiner Gewerken Weitmoser hatten nicht nur Interessen in ihrem Heimattal und in Rauris, sondern auch auf der Kärntner Seite der Hohen Tauern, ab 1555 hatten sie sogar Großkirchheim im Pfandbesitz, erst 1564 kam es an Ferdinand Graf von Ortenburg. Die Weitmoser waren eine der angesehensten Gewerkenfamilien Europas. Ihr Aufstieg begann bereits im ausgehenden 15. Jhdt. Im Bauernkrieg hatte sich Erasmus Weitmoser 1525 als Feldhauptmann an die Spitze eines Fähnleins Gasteiner Knappen gestellt und kämpfte leidenschaftlich für die gute Idee. Seine aufrechte und rechtschaffene Haltung und seinen Pardon gegenüber Gefangenen ermöglichten ihm auf Grund der vom Salzburger Erzbischof erlassenen Amnestie nach der Flucht aus Tirol wieder in das Gasteinertal zurückzukehren.

Der Bauernkrieg hatte auch die Weitmoser an den Rand des Ruins gebracht. Erasmus überlebte das Ende des Krieges nur um kurze Zeit. Als er um 1526 starb, hinterließ er seinem damals etwa 20-jährigen Sohn Christoph, der zu dieser Zeit an der Universität Freiburg im Breisgau studierte, angeblich zehntausend Gulden Schulden. Christoph war 1522 als Chr. W. Rubicus Salzburgensis an der genannten Universität immatrikuliert worden.

Rund zehn Jahre Aufbauarbeit soll Christoph I. Weitmoser nach seiner Rückkehr nach Gastein benötigt haben, um den Bergbau in Schwung zu bringen. Die Basis für sein Vermögen bildete der Einlösungsbetrag für die überreichen Erze aus dem Stollen „Zu unserer lieben Frau“, den er 1533 anschlagen ließ.

Christoph I. erwirtschaftete ein Vermögen und machte die Familie wohlhabend. Welch bedeutende Rolle die Weitmoser für Heiligenblut spielten, lässt sich bereits allein aus der Tatsache schließen, dass am 29. September 1555 von König Ferdinand Schloss und Herrschaft Falkenstein sowie das Amt Großkirchheim dem Christoph I. Weitmoser verpfändet wurden. Die Familie lässt sich bis 1580 im Raum Großkirchheim nachweisen: Am 27. März des Jahres 1580 verkauften die Brüder Hans und Christoph II. Weitmoser dem Melchior Putz von Kirchheimegg dem Älteren verschiedene Güter in Großkirchheim.

Die zweite Blütezeit des Tauerngoldbergbaues

In der zweiten Blüte­zeit des Tauerngoldbergbaues, vom späten 15. bis zum beginnenden 17. Jhdt. sollen allein in Rauris und Gastein nicht weniger als 30 Gewerken mit 2.000 Knappen geschafft haben. Salzburg galt damals als das erzreichste Land in Europa. Die Erfin­dung des Schießpulvers führte zu einer wei­teren Intensivierung des Goldabbaues. Be­sondere Förderer der Goldgewinnung wa­ren aber nicht nur Erasmus Weitmoser und dessen Sohn Christoph in Gastein. Zu den berühmtesten Gewer­kenfamilien zählten die Strasser, Zott, Rosenberger und die Putzen von Kirchambegkh, aus deren Tagen heute noch drei Bauwerke in Döllach künden.

Die Schätzungen über die jährlichen Gold­gewinne in dieser Zeit sind sehr unter­schiedlich. Während Reissacher von Ma­ximalausbeuten bis zu 18.000 Gewichtsmark berichtet (das sind 5.058 Kilogramm) halten andere Bearbeiter jährliche Produk­tionszahlen zwischen 200 und 1.000 Kilo­gramm für wahrscheinlich. Beck vermutete, dass die Forcierung des Abbaues in allen Tauerngoldbergwerken in den Jahren vor 1560 zu jährlichen Gold­mengen um 2.600 Kilogramm geführt haben dürfte. Nach Ludwig und Gruber lag ihren jüngsten Forschungsergebnissen zufolge die absolute Spitzenproduktionsmenge in Gastein und Rauris im Jahr 1557 bei 2.954 Mark =  827,5 kg Gold und 9.689 Mark = 2.714 kg Silber. Bei einem derzeitigen Goldpreis von etwa 10.000 € pro Kilogramm Gold entspräche dies einer Summe von 8,275.000 €, wobei bedacht werden muss, dass die Kaufkraft des Goldes damals wesentlich höher war als heute.

Wie sehr die „Bergbaulust“ damals auch die Kärntner erfasste, wird durch die Tatsache transparent, dass nach v. Scheuchenstuel in den fünfzehn Jahren von 1531 bis 1546 im Großkirchheimer Berggerichtsbezirk 927 neue Gruben und Waschwerkslehen erteilt und 143 Gruben durch bergrichterliche Fristung in Rechten erhalten wurden. Zwei wesentliche Verbesserungen in der Hüttentechnik dürften dafür ausschlaggebend gewesen sein: Der Einsatz des Quecksilbers zur Amal­ga­mation des gediegen vorkommenden Goldes und die allgemeine Einführung der 1507 erfundenen Nasspochwerke, welche, wie aus Artikel 189 der Ferdinandeischen Bergordnung ersichtlich, erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Kärnten Anwen­dung fanden.

Schraegaufzug

Die bedeutendste Grube auf der Goldzeche

In der zweiten Hälfte des 16. Jhdts. dürfte der Sankt Anna Stollen die bedeutendste Grube auf der Goldzeche gewesen sein. Bei dem etwa 300 m über dem Knappenhaus der Goldzeche gelegenen Sankt Christoph Berghaus befanden sich überdies eine Bergschmiede, Scheidekauen, Erz- und Bruchhöfe. Zur Zeit der Putzen von Kirchambegkh soll sich auf dem Seebichl (Zirmsee) eine alte Säumerstube befunden habe. Am Seebach stand ein großer Pocher, auch eine Sackzieher- und Wäscherwohnung samt Erz- und Schlichkästen befanden sich dort.

Bei der alten Fleißbrücke stand der Fronkasten der Putzen, die übrigen Gewerken verfügten über einen eigenen Fronkasten in Döllach. In diesen Fronkästen wurden die Fronerze zwischengelagert und dann – wie schon um 1500 - nach Obervellach zum Einschmelzen gebracht. Die Gewerkenerze der Putzen wurden in der von der Salzburger Familie Fröschlmoser um 1551 neu errichteten und später von Melchior Putz und Veit Wittich erworbenen Schmelzhütte verarbeitet. Ein Zentner Goldzecher Kies (Schwefelkies und andere sulfidische Erze) soll nur „1 ½ Lot göldisches Silber“ gebracht haben, die Goldzecher Stuferze (beim Scheiden des Hauwerkes ausgesonderte kies- bzw. goldarme Erze) aber immerhin bis zu 40 Pfund Blei und 7 ½ Lot Silber. Ein Zentner waren 56,27 kg. Das bedeutet, dass in 56,27 kg Stuferz  22,4 kg Blei (40 %) und 131,7 Gramm Silber (0,23 %) enthielt.

Bergstation

Der Verfall der Bergwerke

Noch im Jahre 1597 wurden von den Herren Gewerken und dem Lender Handel 202 Gebäude und Rechte im Radhausberg betrieben. Im Jahre 1601 fiel diese Zahl schon auf 181 und zwei Jahre später auf 140  herab. Waren unter Christoph I. Weitmoser noch 1.200 Knappen beschäf­tigt, so sank diese Zahl 1591 auf 500 und 1611 auf 208. Im Jahre 1603 entlehnte Elias Zott von seinem Bruder Hans 472 Gulden, "um nicht mit Spott aus dem Berge setzen zu müssen". 1614 musste der Erzbischof den Gewerken in der Gastein und Rauris sogar 1.000 Gulden leihen, damit diese die Ver­pflegung für ihre Knappen kaufen konnten.

Tragisch gingen alle Gewerkengeschlech­ter zugrunde. Mit 15.000 Gulden Schulden starb Hans Weitmoser. Die Familie Zott starb 1666 aus und auch die Strasserschen Erben verarmten. Die Putzen von Kirchambegkh hatten nicht einmal mehr Geld genug, um ihr drittes Schlössl, den Putzenhof bei Döllach fer­tigzustellen. Die Bergbaue verloren immer mehr an Bedeutung und standen oft lange Zeit still.

Der Verfall des Goldbergbaues in den Ho­hen Tauern nach seiner glanzvollsten Epo­che wird unter anderem auch auf die 1554 begonnene und mehrmals wiederholte Aus­treibung der Protestanten zurückgeführt. Die Gegenreformation war aber zweifel­los nur einer von vielen Faktoren, die hier zu­sammenwirkten.

Gold aus der "Neuen Welt"

Der Rückgang des Goldgehaltes der Erze in tieferen Zonen und das Gold aus der "Neuen Welt" mögen die Hauptgründe für den Niedergang der Tauerngoldbergwerke gewesen sein. Daneben finden wir als vier­ten Faktor für den rapid einsetzenden Ver­fall der Goldgruben den verheerenden Drei­ßigjährigen Krieg und die Kämpfe gegen die Türken. Kriege kosten bekanntlich viel Geld, und wir können uns lebhaft vorstellen, dass die Stände, die früher die Gewerken mit Krediten unterstützt hatten, nun nicht mehr in der Lage waren, Vorschusszahlungen zu leisten.

Dennoch, gerade in Zeiten gesteigerten Geldbedarfes wird üblicherweise der Gold- und Silberbergbau forciert, wie dies ja auch im Dritten Reich geschah. Der fünfte Grund - vermutlich die Haupt­ursache für das Erlahmen der Goldbergbau­tätigkeit - ist in den Naturunbilden und Natur­katastrophen zu suchen.

Es ist erwiesen, dass überaus starke Schneefälle, wie jener des Jahres 1580, und die damit verbundene Rückkehr der Gletscher für die allmähliche Stillegung der meisten hochgelegenen Berg­werksbetriebe ausschlaggebend gewesen sind.

Von der Vereisung der Gruben

Viele Gruben wurden von den sich am Ende des 16. Jhdts. immer weiter aus­breitenden Eismassen zugedeckt. Das war die Zeit, als sich auch der Pasterzen­gletscher über das frühere Weidegebiet am Fuß des Großglockners auszubreiten begann. Patzelt meint zwar auf Grund seiner langjährigen Gletscherstudien, dass die Pasterze zwischen der Spätantike und der Gegenwart nie kleiner war als heute und dass im Talsohlenbereich ein Bergbau auszuschließen ist. Fragt sich nur, wo dann um 1570 Wolfgang Gruenwald und Hans Pernsteiner ihre fünf Gruben „auf der Pasterze“ angeschlagen haben. 

Das Eis wuchs immer weiter. Die sich ausbreitenden Gletscher deckten ein Mundloch nach dem anderen zu: den Fastnachts‑Stollen, den Boden‑Stollen und Dutzende andere, deren Namen uns heute nicht mehr bekannt sind. Am Ende des 18. Jhdts. erreichte die Dicke des Eises ihr Maximum. Damals deckten  Eis­massen von mehr als 100 Meter Mächtig­keit den Bartholomei‑Stollen zu. Ende des 19.  Jhdts. war das Eis kaum halb so dick und heute ist es im Bereich des ge­nannten Stollens verschwunden.

Halsreif

Aus dem Knappenleben

Die Ernährung der Knappen, speziell jener, die in den hochgelegenen Berghäu­sern wohnten, war zwar nicht kalorien‑, aber vitaminarm und erschreckend einseitig. Zur Zeit des Melchior Putz bekam ein ver­ehelichter Bergarbeiter pro Woche etwa 5 Laib Brot, 1 1/2  Kilogramm Roggen‑ und Weizenmehl, 1/2  Kilogramm Schmalz, 1/2  Ki­logramm Käse, 1/2 Kilogramm Schaf‑ oder Ziegenfleisch und 25 bis 50 Dekagramm Schweinefleisch. Die Unverheirateten erhiel­ten etwa um 25 Prozent weniger. In Not­zeiten ernährten sich die Knappen oft mo­natelang nur mit Brennsuppe,  Brot und Speck. Trotz dieser spartanischen Kost gab es selbst in der Zeit des florierenden Gold­bergbaues echte Proviantschwierigkeiten: Hauptgrund waren Missernten und die daraus resultierenden gestie­genen Lebenshaltungskosten.

Vor allem auf Grund finanzieller Schwie­rigkeiten wurde bei den Knappen und ihren Familien die Esskultur nicht sehr groß ge­schrieben. Mehl, Schmalz und Fleisch waren die Grundnahrungsmittel, Honig der einzige Süßstoff. An Obst und Gemüse herrschte Mangel. Trotzdem hat niemand, und war er noch so arm, beispielsweise Pilze gesam­melt. Aus unerfindlichen Gründen galten sie in den Tauerntälern bis zur Mitte des vori­gen Jahrhunderts als ungenießbar.

Da es damals noch keine öffentlichen sozialen Einrichtungen für die im Bergbau Beschäftigten gab, wurde die Bruderlade geschaffen. Diese Einrichtung war eine frühe Form der Sozialversicherung, in die alle Mitglieder einzahlten und aus der bei Krankheits- oder Todesfall entsprechende Beträge an die Betroffenen bzw. Hinterbliebenen ausbezahlt wurden. Die Bruderlade als Gegenstand war eine zumeist hölzerne, oft reichverzierte Truhe, in deren Oberteil die Münzen gehortet wurden. Den Boden dieser Kassettenteiles bildete eine Intarsienarbeit, die einen Hund darstellte. Hatte man alle Münzen entnommen, war man „auf den Hund gekommen.“ Es gab allerdings im Unterteil der Truhe noch eine schmale, eiserne Lade, die wichtige Bergwerkspapiere und vor allem die Bestätigungen über Grubenanteile (Kuxen) enthielt. Sprichwörtlich kennen wir diese „eiserne Reserve“ noch heute.

Mus, Mehltommerl und Mungge

Vor Antritt der Frühschicht bereiteten sich die Knappen ihr Mus oder Mehltommerl, einen gerösteten Sterz, der in einer gefette­ten Gusseisenpfanne aus Roggenmehl, Was­ser und Salz zubereitet wurde. Zum Mittag­essen verzehrten die Knappen fast aus­nahmslos Brot und Speck oder eine Scheibe kaltes gebratenes Schaffleisch. Am Abend aß man Eierteiggerichte oder die Mungge, ein aus Bohnen‑, Roggen‑ und Gerstenmehl mit heißem Wasser angerichtetes Mus, das mit heißer Butter vermengt wurde. Gavernal ist eine Mungge, bei der Butter durch Milch ersetzt wurde bzw. Munggenreste mit Milch genossen wurden.

Tischgetränke waren Wasser und Milch. Waren dem Knappen von seiner Wochen­löhnung ein paar Kreuzer übriggeblieben, so trug er sie nach dem sonntäglichen Mit­tagessen ins Wirtshaus. Enzian und Kranewitt waren die ersten Schnäpse, die in den Hochtälern erzeugt wurden.

Malerische Tracht

Die Arbeitskleidung der Knappen war zweckentsprechend. Über dem berühmten “rupfenen Pfoad”, dem groben Wollhemd, wurden Jacke und Kniehose getragen. Dar­über wurde das Arschleder gebunden, das vor Verletzungen schützen sollte. Über den Wollsocken trugen die Bergleute im Winter Gamaschen. Die Lederschuhe hatten ge­schnitzte Holzsohlen, in denen Nägel steck­ten, die dem Träger der Schuhe das Gehen im steilen Gelände erleichterten. Auf dem Kopf trugen die Knappen Ohrenmützen oder Kapuzen, die an den Jacken angenäht oder mit denselben zu einem Stück verarbeitet waren.

An Sonntagen und bei besonderen An­lässen trugen die Bergleute ihre malerische Tracht. Die Gewerken kleideten sich in prächtige Gewänder aus Seide und Tuch, trugen blütenweiße Halskrausen, gestickte Wämse, Westen oder samtene Jacken und  darüber kurze, mit Pelz ausgeschlagene Röcke und Mäntel. Die langen Barette ga­ben ihnen ein ehrwürdiges Aussehen.

Von den kleinen Katen, im Volksmund Keuschen genannt, in denen die Bergarbei­ter mit ihren Familien lebten, ist heute eben­so nichts mehr zu sehen wie von den ba­rackenartigen Knappenhäusern für die ledi­gen Schmelzarbeiter. Auf dem Berg wohnten die Knappen in den Massenquartieren der steinernen Grubenhäuser, deren Ruinen noch heute anzutreffen sind. Man schlief auf Stroh, über das Leder oder Felle ge­breitet waren. Wer eine Decke besaß, fühlte sich wie ein König.

Tiroler Gewerken im  Mölltal

In der Mitte des 17. Jhdts. ent­stand im Mölltal durch die Zusammenlegung der kleinen Gruben im Bereich der Gold­zeche eine große Societät. Tiroler Gewer­ken waren es, die den darniederliegenden Goldbergbau auf der Goldzeche wieder ins Leben riefen.Im Jahre 1676 tauchte in Großkirchheim plötzlich ein Mann auf, der mit Mut, Initiative und Barmitteln aufzuwarten hatte: Matthias Jenner. Er und seine Familie bestimmten durch knapp ein Jahrhundert fast aus­schließlich das bergmännische Leben auf der Südseite der Hohen Tauern. "Matthias Jenner und Consorten" sollen von 1676 bis 1682 einhundertzwei Mark elf Lot Gold und zweihundertzwei Mark zehn Lot ein Quintel Silber aus dem Berg geholt haben. Das entspricht einer Jahresproduktion von 4,8 kg Gold und 9,5 kg Silber. Hauptab­baugebiete waren zu dieser Zeit die Goldzeche, und der Waschgang in der Zirknitz.

In Kärnten musste im 17. Jhdt. das gewonnene Edel­metall der landesfürstlichen Münzstätte Kla­genfurt zu bestimmten Einlösepreisen abgeliefert werden. Sie betru­gen damals für die Mark Gold 336 Gulden 51 Kreuzer, für die Mark Silber 24 Gulden.

Die Gewerken Komposch

Oberkärnten war von 1809 bis 1814 von den Franzosen besetzt und zählte zu den illyrischen Provinzen. Salzburg stand 1809 ebenfalls unter französischer Admini­stration, kam jedoch bereits im darauffolgenden Jahr unter die Krone Bayerns und wurde erst 1816 Österreich angegliedert. Nach dem Abzug der Franzosen wurde Anno 1814 das Berggericht Klagenfurt aufgewertet, wurden ihm doch in der Folge neben Ober- und Unterkärnten auch Krain, Görz, Triest und das Küstenland unterstellt.

Die Goldzeche blieb bis zum Jahre 1830, in welcher Zeit Gregor Komposch eine Wiederaufnahme versuchte, außer Betrieb. Die Ära Komposch währte – von Unterbrechungen abgesehen - von 1831 bis 1869. Nach Canaval betrugen die durchschnittlichen Edelmetallgehalte des Hauwerks auf der Goldzeche während der Betriebsperiode 1836/37 aus die einzelnen Abbaubereichen pro Tonne zwischen 10 und 130 Gramm Gold und zwischen 30 und 250 Gramm Silber.

Goldzeche“ ist eine Sammelbezeichnung für ein relativ großes Bergbaugebiet, das sich in mehrere Reviere gliedert. Die auf der Goldzeche gewonnenen Erze wurden zum „Alten Pocher“ im Kleinen Fleißtal gebracht, der Pochgang wurde in der Döllacher Schmelzhütte verarbeitet.

Rojacher

Die Betriebsära May de Madiis

1869 übernahm der Schweizer Baron May de Madiis die bis dahin von Komposch betriebenen Kärntner Unternehmungen, darun­ter auch die Goldzeche. Unterstützt von dem Rauriser Ignaz Rojacher, bemühten sich die Barone Eduard, Leo und Alexis von May de Madiis um einen rentablen Goldabbau. Auf dem Seebichl in der Nähe des Zirm­sees wurden neue Poch‑ und Waschwerke errichtet. Dieser Entscheidung lag die Überlegung zugrunde, dass eine Verlegung der Erzaufbereitungsanlagen in Grubennähe die Transportkosten herabsetzen würde. Allerdings waren die Erzaufbereitungsverluste enorm – sie betrugen ca. 60%! So war es freilich nicht möglich, gewinnbringend, ja nicht einmal kostendeckend zu arbeiten.

Chancen für Wiederbelebung des Tauerngoldbergbaues?

Allein die Tatsache, daß die in den zer­klüfteten Bergen weit verstreut liegenden Grubenbaue meist in Höhen zwischen 2.300 und 2.900 Meter, am Gries­wies Schwarzkopf sogar über 3.000 Meter bestanden, erklärt vieles. Die historische Entwicklung beweist, dass nur ein Bergbau im größeren Stil ge­winnbringend sein kann. Man müsste die alten Aufbereitungsanlagen wie­derherstellen sowie neue Seilbahnen und kilometerlange Unterfahrungsstollen bauen. Bis heute hat es niemand gewagt, die für eine Wiederaufnahme des Bergbaues not­wendige Summe aufs Spiel zu setzen, wahrscheinlich vor allem deshalb, weil sich zu den verschiedenen örtlichen, technischen und bergmännischen Problemen als wichtig­stes die Tatsache gesellt, dass die Goldquarzgänge durch ein bis heute noch immer nur zum geringsten Teil bekanntes, erdgeschichtlich jüngeres Spaltensystem in Form von Verwerfungen, Verschiebungen und Zersplitterungen gestört sind.

Abgesehen davon besteht die Gefahr, dass ein moderner Goldbergbau zur weitgehenden Zerstörung der sensiblen hochalpinen Regionen führen würde.Das Beispiel Sierra Pelada in Brasilien zeigt uns deutlich die verheerenden Spuren der Goldgier in der Umwelt: gerodete oder verbrannte Wälder, von Quecksilber vergiftete Flüsse, Seuchen, Epidemien, Elend, Slums. Und das Quecksilber ist noch harmlos in Relation zum Natriumzyanid, wie es in Rumänien und Sibirien zum Einsatz kommt. Ob man jemals wieder in der Rauris, in Heiligenblut oder in einem anderen der Tauerntäler das "Glück auf!" aktiver Bergleute hören wird, ist mehr als fraglich.

 

Bergbaumaße und Gewichte:

1 Gewichtsmark = 281 Gramm
1 Gewichtsmark = 16 Lot
1 Gewichtsmark = 64 Quintel
1 Gewichtsmark = 256 Denar
1 Bergzentner = 56,27 Kilogramm (kg)
1 Pfund = 560 Gramm
1 Kübel (je nach Region) 130 bis 150 Pfund
1 Erzkübel (Rauris) = 2262 Kubikzoll
1 Erzkübel (Gastein) = 2288 Kubikzoll
1 Steinfelder Kübel = 150 Pfund = ca. 84 Kilogramm (kg)
1 Großkirchheimer Kübel = 140 Pfund = ca. 78 kg
1 Klafter = 1,776 Meter (m)
1 Schuh = 0,296 Meter (m) = 29,6 cm = 296 mm
1 Zoll = 0,024 Meter (m) = 2,4 cm = 24 mm
1 Lachter (unterschiedlich je nach Region) = ca. 2 m
1 Metzen = 61,49 Liter
1 Gulden = 60 Kreuzer = 240 Pfennige